Über die Klinik

Die Orthopädische Klinik und Poliklinik der Medizinischen Hochschule Hannover wurde nach der Einrichtung eines orthopädischen Lehrstuhls 1980 im Fachkrankenhaus Annastift etabliert. Hier befand sich zum damaligen Zeitpunkt bereits ein akademisches Lehrkrankenhaus mit einer 301 Betten umfassenden Klinik, die sich aus einer 1897 gegründeten sog. Krüppelanstalt zu einem über Niedersachsen hinaus bekannten orthopädischen Fachkrankenhaus entwickelt hatte. Erster Lehrstuhlinhaber war Prof. Dr. H.-J. Refior, zweiter Lehrstuhlinhaber war von 1988 bis Juni 2006 Prof. Dr. med. C.J. Wirth. Seit dem 1. Juli 2006 ist Prof. Dr. med. H. Windhagen der Ordinarius der Orthopädischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover und Chefarzt der Klinik II im Annastift.

Die Orthopädische Klinik der MHH betreut heute in 87 stationären Betten operative und konservative Patienten. Somit wird das gesamte Spektrum der modernen Orthopädie behandelt, insbesondere die Kinderorthopädie, die Wirbelsäulenchirurgie, die gelenkerhaltende Chirurgie, Sport- und Rheumaorthopädie oder die minimalinvasive Endoprothetik. In diesem Bereich wird die Navigation eingesetzt; sie präzisiert die Position beispielsweise einer Knieendoprothese. Auch die Tumororthopädie, die in die Tumorsprechstunde der Medizinischen Hochschule eingebunden ist, wird nach den modernsten Gesichtspunkten heutiger Knochenchirurgie durchgeführt.

Aus den einzelnen Tätigkeitsfeldern der Orthopädie haben sich fünf Bereiche als besondere Schwerpunkte ausgewiesen:

  • Sportorthopädie
  • Wirbelsäulenchirurgie
  • Rheumaorthopädie
  • Gelenkerhaltende Endoprothetik
  • Nervenschäden an oberen und unteren Extremitäten

Die Sportorthopädie ist in das Sportmedizinische Zentrum der Medizinischen Hochschule integriert. Die Tätigkeit besteht in der Vorbeugung, Diagnostik und Therapie von Sportverletzungen. Insbesondere in diesem Bereich kommt auch umfassend die minimalinvasive Technik der arthroskopischen Diagnostik und Therapie von Knieverletzungen, aber auch von Hüft- und Schulterschäden, ebenso wie von oberen Sprunggelenkserkrankungen zum tragen. Die Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie führt vor allem bei degenerativen Erkrankungen des Achsenskeletts Eingriffe von dorsal und ventral durch. Gleichermaßen werden die akuten Erkrankungen und Verletzungen (z.B. Bandscheibenvorfälle, osteoporotische Wirbelkörpereinbrüche und Tumoren oder Infektionen der Wirbelsäule) auch im Rahmen der integrierten Versorgung behandelt. Speziell diese Abteilung ist durch die Zusammenarbeit mit Pädiatern, Neurologen, Neurochirurgen, Rheumatologen, Unfallchirurgen sowie Abdominal- und Thoraxchirurgen ein exzellentes Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Schließlich ist die Orthopädische Hochschulklinik auch gleichzeitig in das Regionale Kooperative Rheumazentrum Hannover eingegliedert. Diese Institution, die zusammen mit der Abteilung Rheumatologie der Inneren Medizin der MHH gebildet wurde, hat Modellcharakter im Rahmen eines früheren Förderprogrammes des Bundesministeriums für Forschung und Technik für das gesamte Bundesgebiet. Die gemeinsamen Visiten der Abteilungsleiter, Prof. Windhagen und Prof. Zeidler, optimieren die Patientenversorgung, die von den orthopädischen und internistisch-rheumatologischen Assistenzärzten durchgeführt wird, und führen mit Hilfe der Ergotherapie und der Krankengymnastik zu einer umfassenden Betreuung der oft schwerst kranken Patienten.

Die Orthopädische Poliklinik der MHH betreibt zusammen mit einer kassenärztlichen Überweisungspraxis neben der allgemeinen Sprechstunde eine Reihe von Spezialsprechstunden. Zu nennen sind hier die Sport- und Fußsprechstunden sowie die Wirbelsäulen-, die Endoprothetik- und Kindersprechstunde. Nicht zuletzt die Rheumasprechstunde rundet die Patientenbetreuung auch vor und nach dem stationären Aufenthalt ab. Im Rahmen dieser Ambulanzen wird eine umfangreiche Diagnostik mittels Ultraschall durchgeführt. Gerade die Hüftsonographie in der Diagnostik und Therapieüberwachung bei kindlichen Hüftdysplasien gehört zum festen Diagnostikum der Klinik. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der MHH werden regelmäßig die Screeninguntersuchungen der Neugeborenen auf Hüftdysplasie von den Assistenten der Orthopädischen Klinik durchgeführt.

Das breit gefächerte orthopädische Arbeitsfeld zeigt sich in der großen Zahl der betreuten Patienten. So wurden 2004  2385 stationäre, meist operative Patienten versorgt.

Die Orthopädische Klinik der MHH im Annastift führt demnach unter modernsten Gesichtspunkten eine umfassende Patientenbetreuung durch. Sie setzt in der studentischen Lehre und wissenschaftlichen Forschung entscheidende Impulse in der heutigen orthopädischen Landschaft der Bundesrepublik.


Letzte Änderung: 20.07.2010

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